Sonntag, 6. Juli 2014

Handytickets für die U-Bahn - es lebe die schnelllebige Zeit ...

... so könnte man auch meinen.

Fahrkartenautomaten sind ja immer so aufwendig. Aufwendig auch deshalb, wenn man als Brillenträger schonmal auch deshalb Zeit investiert, seine Lesebrille herauszukramen, um den kleinen Buchstaben auf dem Bildschirm Herr zu werden.

So dauert es manches Mal doch ein Weilchen, so viel "Weilchen", dass die Bahn dann vor der Nase wegfährt, weil man ja immer noch am Fahrkartenautomaten steht, die Brille vielleicht ja wenigstens schon gefunden hat, aber mit den vielen Anweisungen einfach auf keinen grünen Zweig kommt. Zum Ende hin dauerte es dann so lange, dass oft die nächste Bahn fällig wurde oder aber man eine Viertelstunde mehr hätte einplanen müssen, auch weil mans nicht gebraucht hatte - bisher.

Der Himmel zeigt starke Bewölkung. Noch mehr: Es ist ziemlich dunkel, zu dunkel, zieht schnell heran.
Es zeigt, dass das Radfahren dann doch eher flach fällt, wenn man nicht wie eine tropfnasse Maus zu einem wichtigen Termin kommen will.

Es ist noch recht früh. Vier Uhr morgens. Um sechs muss ich an Ort und Stelle sein. Zwar in der Stadt, aber dennoch zu Fuß fast ein wenig zu weit. Auch die Faulheit so in der frühmorgendlichen Stunde lässt mich den Gedanken hegen, doch lieber mit der Bahn zu fahren. Mit der U-Bahn. Das geht schnell. Meistens.
Ich schaue in mein Portemonnaie. Das Kleingeld ist ja reichlich, von daher könnte ich es machen: Vorher schnell eine Karte kaufen und los gehts!
Nachdem ich meinen Kaffee getrunken hatte - Essen am Morgen bleibt mir eh im Halse stecken -, noch die Dusche und anziehen. Dann war noch Zeit. Zeit zum Überlegen: Ist das jetzt gut oder soll ich doch lieber den Drahtesel aus dem Keller holen?
Die vielen Stufen rauf und später ja auch wieder runter, haben mich dann doch eher zu dem Gedanken geschoben, die U-Bahn zu benutzen.
Weit ist es ja nicht, so gesehen, eigentlich kein Problem.

Da dann doch noch etwas mehr Zeit war, habe ich im Internet die Fahrpläne studiert, damit ich pünktlich die günstigste Bahn erwische, um dann nicht angehetzt anzukommen. Ich hatte mich für 5.33 Uhr entschieden. Das passte prima und war dann noch eine Viertelstunde vorher an Ort und Stelle.
Die Fahrpläne haben mich dann in ihren Bann gezogen. Die Preise besonders. Welche Fahrkarten waren günstig. Für welche Strecken und für welche Zeit kann man sie benutzen und auch: Wie schnell kann man sie bekommen?

Seit dem Herbst vergangenen Jahres gibt es also auch Handytickets für das Nürnberger Verbundnetz. Man muss sich nur registrieren und schon kann es losgehen. Schnell mal eine Fahrkarte kaufen. Die Abbuchung per Lastschrift oder auch Kreditkarte - alles kein Problem.
Das Problem liegt wohl eher in der Sache, welche ein wenig Übung erforderlich macht!

Übung vielleicht mit den technischen Details, wie sie ja auch für den Fahrkartenautomaten angebracht ist!?

Ich lese mir also die Anleitungen durch, komme zu dem Ergebnis: das ist leicht und gut machbar, worauf ich mich entscheide, jetzt und spontan gleich mal eine Fahrkarte zu kaufen, die Sache praktisch zu testen.
Mit ein paar Klicks prangt mir eine Seite entgegen, auf der es dann zum Schluss heißt: "Die Fahrkarte ist kurz vor der Fahrt zu erwerben!", was soviel heißt, wie schnell schalten und auch gleich loslegen, denn sonst wäre die Karte ungültig!
Bei einer Einzelkarte sowieso. Andere Fahrkarten sind natürlich auch früher zu kaufen, denn sie gelten schließlich uneingeschränkt - jedenfalls fast.

Eine Einzelfahrkarte will ich mir auch kaufen, denn heimwärts werde ich zu Fuß gehen, was ich oft mache, um mich nach anstrengenden "Timings" zu entschleunigen. Laufen tut dann einfach gut!

Da die Wegstrecke ja nicht allzu weit ist, nahm ich doch an, dass eine Kurzstrecke reichen und der Preis bestimmt nur etwas über einem Euro liegen würde. Beim genaueren Studieren der Preisliste hielt ich doch etwas die Luft an: FÜR EINE KURZSTRECKE VERLANGT DIE VGN DOCH SAGENHAFTE 1,70! Was für mich schon nahe an die 2-Euro-Grenze heranreicht.
Zwei Euro, für die ich zum Laufen eine halbe Stunde bräuchte?!

Ich schaute hinaus. Der schwarz verhangene Himmel deutete doch darauf hin, dass vielleicht etwas mehr als NUR ein paar Tropfen aus dem "Geschenkpäckchen" fallen würden und ein Regenguss mich auch beim Zu-Fuß-gehen, obwohl mit Regenschirm bedeckt, zu einer Wassermaus werden ließe.  Und das wäre wohl optisch nicht so vorteilhaft für mich.

Kurz vorher sollte man das Einzelticket also kaufen. Es ist dann wenigstens entwertet und diese Tätigkeit entfällt schonmal. Was angesichts der frühen Morgenstunde jedenfalls eine Erleichterung darstellt.
Trotzdem und außerdem MUSS DAS TEIL ERST GEKAUFT WERDEN!
Was bedeutet: Zeit investieren.

Dann hatte ich noch etwas eingepackt und bis ich so aus dem Haus kam, war ich doch wieder zeitlich knapp bemessen.
... und wie ging das wieder mit dem Handyticket? ...  das war doch eine schnelle Sache ... ABER !!!

... das Problem war einmal,  dass ich in der Eile mein Handy nicht so schnell finden konnte und dann feststellte: Wo war die Seite wieder?
... weshalb ich meine Brille aufsetzte und die Fahrkarte lieber am Automaten kaufte, das ging dann doch schneller ... :)

Ein Handyticket hatte ich dann zwar keins, aber wenigstens einen gültigen Fahrausweis, der mich vor den kritischen Augen eines Kontrolleurs nicht blass werden lässt.

Meine Bahn um 5.33 Uhr erreichte ich, hatte sogar noch zwei Minuten Zeit, um auf dem Handy die genaue Anleitung nochmal durchzulesen: WIE LÖSE ICH EIN HANDYTICKET FÜR DIE U-BAHN! ??? um beim nächsten Mal zügig und schnell bei der Sache zu sein. Denn ohne Übung gehts nichts, auch nicht das schnelle Lösen einer Fahrkarte auf dem Handy, wo man zum Schluss dann doch wieder auf die altbewährte, obwohl auch Übung erforderliche Taktik des Lösens am Fahrkartenautomaten umsteigt.


PS: Den Stadtteil habe ich entfernt.

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